Kürzungen und ihre Auswirkungen auf die Produktivität
In Anbetracht der instabilen Weltwirtschaftslage bangen heutzutage viele Firmen um ihre Zukunft. Einige verringern die Arbeitszeiten ihrer Angestellten. Die Produktivität ist bei einigen Unternehmen auf Stillstand oder hört bei anderen erst gar nicht auf zu sinken.
Manche Firmen geben ihren Angestellten jeden Monat einen Tag bezahlten Urlaub. Andere dagegen öffnen ihre Pforten nur noch Montags bis Donnerstags und kürzen diese Arbeitstage noch darüber hinaus.
Wirkung auf die Produktivität
Auf solche Sparmaßnahmen gab es zwei interessante Reaktionen. Die erste von diesen kam absolut unerwartet.
Während die allgemeine Produktivität auf Grund der reduzierten Arbeitszeiten und dem daraus resultierenden negativen Arbeitsklima abnahm, fanden Firmen heraus, dass die Produktivität während der einzelnen Arbeitsstunden bzw. Schichten höher als vorher war.
Als Grund für die Erhöhung der Produktivität bei geringerer Arbeitszeit wurden zwei Thesen aufgestellt.
Die erste war, dass Angestellte das Gefühl hatten, weniger Zeit für die Erfüllung ihrer Arbeit zur Verfügung zu haben. Dies trieb sie an, sich mehr Mühe zu geben und härter zu arbeiten als zuvor.
Darüber hinaus war Angst eine effektive Motivation. Die Leute fürchteten, dass die Kürzung der Arbeitszeiten nur der erste Schritt sei und bald erste Entlassungen folgen würden.
Um ihre Jobs zu behalten arbeiteten die Angestellten nun besonders eifrig, um den Eindruck zu erwecken, einen wertvollen Beitrag für die Firma leisten zu können.
Negative Motivation
Andererseits sind beide dieser Motivations-Faktoren nur von kurzer Dauer. Sobald die Angestellten sich an die kürzere Arbeitszeit gewöhnt hatten, verringerte sich ihr Stress und die veränderte Zeitwahrnehmung legte sich.
Schon bald nahmen die Dinge wieder ihren alten Lauf und die Angestellten kehrten zu ihren üblichen Kaffeepausen und Internet-Pausen zurück.
Was die Motivation der Angst angeht, dauerte es nicht lang, bis das Arbeitsklima im Unternehmen extrem negativ wurde. Ein schlechtes Arbeitsklima neigt dazu, die Produktivität zu verringern.
Die Angestellten mancher Firmen verbringen mittlerweile wesentlich mehr Zeit am Wasserkühler. Sie sind sauer, da sie auf Grund der aktuellen Zeitkürzungen nicht mehr genug Geld verdienen.
Auf Grund der allgemeinen Negativität hat niemand mehr wirklich Lust, zum Vorteil der Firma beizutragen (was die Produktivität weiter verringert). Nachdem die Angst einst die größte Motivation war, ist ihr Ergebnis nun nichts als negative Atmosphäre.
Ein paar Anregungen
Firmen, die sich in einer Lage wie der beschriebenen befinden, dürfen auf keinen Fall die Arbeitsmoral ihrer Angestellten ignorieren. Im Vordergrund sollte stets stehen, ein positives Arbeitsklima zu schaffen.
Halten Sie stets die Kommunikation mit ihren Leuten aufrecht. Mit offenen Karten spielen kann die angespannte Lage für alle einfacher machen und dazu die Atmosphäre verbessern.
Stellen Sie klar, dass bei Ihnen alle zusammen arbeiten, um aus der aktuellen Situation heraus zu kommen. Das ist wesentlich besser, als sich ständig über Kleinigkeiten zu streiten. In einer entspannten Arbeitsatmosphäre können sich Ihre Angestellen entspannen und wieder in produktivere Phasen zurückfinden.